Krisenzentrum Dortmund

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Jahresbericht 2002 in Kürze


Den ausführlichen Jahresbericht zum Download finden Sie unter Downloads.

 

Das Krisenzentrum in Dortmund-Hörde existiert seit 1978 und ist ein Fachdienst für ambulante Krisenintervention und Suizidprophylaxe.

 

Tätigkeitsschwerpunkte im Berichtsjahr

 

  • Das Angebot des Krisenzentrums beinhaltet: Bereitstellung eines ambulanten Kriseninterventionsdienstes für Menschen in akuten psychosozialen/traumatischen/suizidalen Krisen
  • Kooperation mit institutionellen Überweisern (Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Polizei, Hauptaufnahme der Städtischen Kliniken Dortmund u. a.)
  • Weiterführende Krisenintervention ohne Wartezeit
  • Angehörigenberatung, z.B. nach Suizid
  • Telefonisches Screening
  • Vernetzung, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit

 

Beratung 2002 in Zahlen

 

Das Krisenzentrum ist 46 Stunden in der Woche telefonisch und persönlich erreichbar, mittwochs und freitags bis 20 Uhr.
Insgesamt hatten 1440 Personen (918 Frauen und 522 Männer) Kontakt mit dem Krisenzentrum.

 

  • 756 Beratungsfälle (Krisenintervention mit bis zu 5 persönlichen Gesprächen)
  • 160 miteinbezogene Personen (Verwandte, Freunde, Kollegen, Betreuer etc.)
  • 162 angemeldete KlientInnen, nicht erschienen
  • 343 telefonische Beratungen und Informationsvermittlung
  • 19 E-Mail Anfragen

 

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der Beratungsfälle von 660 auf 756, die Gesamtzahl aller ratsuchenden Personen stieg um 24% von 1164 auf 1440 Personen.


Überweisungs- und Zugangswege

 

Der Zugang der ratsuchenden Personen erfolgte überwiegend durch das medizinische und psychotherapeutische Versorgungssystem (37 % alle Fälle) und über das psychosoziale Versorgungssystem (19 % aller Fälle).

 

Beratungsschwerpunkte

 

Hintergrund für eine Anmeldung im Krisenzentrum war die eigene Einschätzung, sich in einer akuten Krise zu befinden und schnelle Hilfe zu benötigen. Die Krisenauslöser waren vielfältig. Meist wurden mehrere gleichzeitig vorliegende Belastungen in relevanten Lebensbereichen berichtet (z.B. Partnerschaft, Familie, Beruf, Finanzen, organische Erkrankung). Viele KlientInnen befanden sich darüber hinaus in akut eskalierten Situationen und/oder schilderten akute Verschlechterungen der eigenen psychischen Befindlichkeit ( Ängste, depressive Symptome, Sucht, psychosomatische Beschwerden, Aggressivität u. a.).


Suizidalität

 

In 56 % der Beratungen ging es unmittelbar um das Thema Suizid:

 

  • kürzlich zurückliegender Suizidversuch: 9 %
  • Suizidgefährdung: 37 %
  • Suizidalität eines Angehörigen: 10 %

 

19 % der ratsuchenden Personen berichteten darüber hinaus über einen oder mehrere länger zurückliegende Suizidversuche.

 

Abschluss der Krisenintervention

 

  • weiterführende organisierte Hilfe nach Abschluss der Krisenintervention nicht mehr erforderlich: 31 % aller Beratungsfälle
  • Empfehlung weiterführender ambulanter Angebote (psychiatrische Behandlung, ambulante Psychotherapie, Beratung): 32 % aller Beratungsfälle
  • Empfehlung oder Vermittlung weiterführender stationärer Angebot: 21 % aller Beratungsfälle

 

Suizidprävention

 

Öffentlichkeitsarbeit

 

  • Vortragsveranstaltungen zum Thema Suizidalität und Krisenintervention
    Presseartikel und Fernsehbeiträge zum Thema "Hilfe in Krisensituationen"
  • Weiterführung der Vortragsreihe zum Themenbereich Psychotraumatologie und Traumabehandlung(in Zusammenarbeit mit der Telefonseelsorge.

Multiplikatorenarbeit

 

  • Fortbildungsveranstaltungen zum Thema "Suizidprophylaxe und Krisenintervention"
  • Fachberatung (z.T. telefonsiche Supervison) für MitarbeiterInnen anderer Beratungsstellen und Hilfedienste zum Umgang mit Suizidalität

 

Gremienarbeit

 

  • Vernetzung mit anderen Einrichtungen der psychosozialen, psychotherapeutischen, psychiatrischen und medizinischen Versorgung
  • Sicherstellung kurzer Überweisungswege

 

Tendenzen 2002

 

Im Vergleich zum Vorjahr häufiger genannte Problemschwerpunkte:

 

  • konfliktbelastete und brüchig erlebte familiäre und soziale Bindungen (eskalierte Paarkonflikte, Familienkonflikte, Konflikte am Arbeitsplatz, Vereinsamung)
  • sozioökonomische Probleme (berufliche/schulische Probleme, Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme)

 

Die gestiegene Nachfrage unseres Angebots machte eine ausführliche telefonische Abklärung des Bedarfs nach Krisenintervention und ggf. einen Verweis auf andere Einrichtungen des psychosozialen Versorgungssystems notwendig. Den betroffenen Personen wurden dadurch z.T. zunehmend längere Wartezeiten zugemutet.

 

Ereignisse im Berichtsjahr

 

  • Gründung des Freundes- und Förderkreis Krisenzentrum Dortmund e.V.
  • Aktivitäten zur Sicherung der Refinanzierung der Arbeit des Krisenzentrums
  • Einstieg ins Qualitätsmanagment


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